Dienstag, 9. April 2013

Von Hängern und Versagern


Jeder Mann hat es schon erlebt, dass ihn sein "bester Freund" im entscheidenden Moment im Stich gelassen hat. Sogenannte Hänger oder Versager sind ganz normal und in der Regel auch kein Problem. Unangenehm ist es, wenn es zur Glücksache wird, ob der Penis steif wird oder nicht.

Der Sammelbegriff für Erektionsschwäche ist Erektile Dysfunktion (ED). Der Name beschreibt nur das Symptom und sagt nichts über die Ursachen.

Verschiedene Ursachen
Die Ursachen können körperlicher oder psychischer Natur sein. Wenn eine Erektion grundsätzlich möglich ist (z.B. bei der Selbstbefriedigung oder in Form einer Morgenlatte), liegt fast immer ein psychisches Problem vor.
Wenn eine körperliche Ursache wahrscheinlich ist, gehört dies in jedem Fall in die Hände eines Urologen.
Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit den psychischen Ursachen.

Gründe für psychische Ursachen einer Erektionsschwäche
Auch wenn uns Macho-Sprüche gerne etwas anderes weis machen wollen: Ein Mann ist nicht dauernd geil. Er wird auch nicht automatisch spitz, nur weil eine nackte Frau neben ihm liegt, und nicht jeder tiefe Ausschnitt bringt seine Hose zum Platzen. Die männliche Erektion kann bereits wegen scheinbar kleiner Ursachen gestört werden:
  • Stress: Wenn der Kopf bei der Arbeit ist, geht unten nichts.
  • Druck: Wenn du genau jetzt deinen Mann stehen musst (z.B. weil ihr euch seit Monaten ein Kind wünscht und du heute und jetzt ran musst), ist das kontraproduktiv.
  • Beziehungsprobleme: Wenn heute so ein Tag ist, an dem du deine Partnerin am liebsten auf den Mond schiessen würdest, wird sich untenrum nicht viel bewegen.
  • Andere Vorlieben: Manchmal reicht der falsche Geruch, die falsche Kleidung oder ein falsches Wort, und schon bist du abgetörnt.
Das Problem ist, dass jeder Misserfolg die Basis für den nächsten Misserfolg darstellt. Nach jedem Versagen hat der Mann Angst, dass es das nächste Mal wieder passiert, und schon haben wir die selbsterfüllende Prophezeiung und damit eine Spirale nach unten.

Selbsthilfe bei Erektiler Dysfunktion
Eine ED gehört grundsätzlich in die Hände eines Urologen, vor allem dann, wenn körperliche Ursachen nicht ausgeschlossen werden können. Wenn du psychische Gründe für deine Hänger vermutest, kannst du selber das eine oder andere ausprobieren.

Soforthilfe
  • Potenzmittel: Die mir bekannten, wirksamen Potenzmittel müssen vom Arzt verschrieben werden, helfen dafür in der Regel sehr gut.
    Was man wissen muss: Potenzmittel machen nicht automatisch ein steifes Glied. Der Kopf muss die Signale für eine Erregung an den Penis schicken, sonst passiert nichts. Wenn du also keinen Bock auf Sex hast, wird dein Penis auch nicht steif. Ohne Erregung keine Erektion.
  • Penisring oder Cockring: Ein Penisring verhindert das Abfliessen des Blutes aus den Schwellkörpern. Ein knapp steifes Glied kann so zu einem ganz steifen gemacht werden. Ein schlaffer Penis wird mit einem Cockring aber nicht zur Latte.
    Wichtig: Verwende nur Penisringe, die sich auch während einer Erektion öffnen lassen! Also lieber Fachhandel (sprich Erotikshop) als Eigenbau.
  • Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wenn du dich einfach nicht entspannen kannst, weil dir im Kopf all das herumschwirrt, das du nachher noch erledigen musst, wird das nichts mit dem Sex. Besser vorher alles erledigen, nachher klappts auch mit der Erektion.

Etwas längerfristige Möglichkeiten
  • Beckenbodentraining: Kräftige Beckenbodenmuskeln helfen, die Erektion zu verstärken und zu halten.
    So kannst du die Beckenbodenmuskulatur trainieren: Stell dir vor, du willst deinen steifen Penis wippen lassen (auch wenn er tatsächlich schlaff ist), also hochziehen, Spannung einige Sekunden halten und wieder fallen lassen. Das ist die ganze Übung. Trainiere, wann immer du Zeit hast: Im Auto, beim Essen, während der Arbeit, ... 
  • TCM: Die Traditionelle Chinesische Medizin verbucht in diesem Bereich gute Erfolge. Häufig besteht die Behandlung aus Akupunktur, Kräutermischungen und einer Anpassung des Ernährungsplans.
  • Gespräch mit einem Sexologen: Häufig helfen auch einige Gespräche bei einem spezielle ausgebildeten Psychologen, also einem Sexologen.

Rolle der Partnerin sehr wichtig
Die Partnerin kann eigentlich alles nur falsch machen. Trotzdem ist ihre Rolle enorm wichtig. 
Vorwürfe und damit eine Erhöhung des Drucks sind fatal und bewirken eine noch grössere Unsicherheit beim Mann. Zu grosse Fürsorge kann den Druck ebenfalls erhöhen, weil der Mann ja weiss, dass diese Fürsorge nur ein Ziel hat: Endlich wieder einmal Sex. Und wenn die Partnerin gar nichts sagt, ist der Mann glücklich, dass sie ihn mit dem Thema Erektion endlich in Ruhe lässt - und sie bekommt auch keinen Sex.
Wenn es einfach nicht mehr klappen will, könnte auch ein gemeinsamer Besuch beim Sexologen eine Lösung sein.

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Übrigens: Ich könnte eure Hilfe gebrauchen: Guckst du hier...

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